Im Jahr 1948 versuchte der berühmte Schauspieler Jean-Luis Barrault den damals bereits achtzigjährigen Dichter Paul Claudel zu überreden, ihm ein geheimnisvolles Theaterstück mit dem Titel Mittagswende zur Uraufführung zu geben. Claudel hatte das Stück mehr als vierzig Jahre lang vor der Öffentlichkeit behütet. Zu viel private Erinnerungen an eine Zeit, die lieber längst vergangen sein sollte, steckten in diesem Text. Selbst Barrault errang nur einen Teilsieg: Claudel erlaubte zwar die Uraufführung, aber er schrieb das Stück noch einmal neu: jetzt als Allegorie jener neo-katholischen Gedankenwelt, für die er als eine der führenden europäischen Geistesgrößen Frankreichs verehrt wurde. Heute gilt das Stück längst als das heimliche Meisterwerk Claudels, aber eben nicht in der späten Überarbeitung, sondern in der Urfassung von 1905, die autobiographisch direkter, härter, wesentlich weltlicher und damit auch komischer festhält, in welches Liebesdrama Claudel als junger Konsul in China verstrickt war.
Vier Europäer auf einem Schiff unterwegs nach China: eine faszinierende Frau; ihr Mann, ein geschäftetreibender Hasardeur; ihr ehemaliger Geliebter, ein knallharter Geschäftsmann; und ein sinnsuchender Verwaltungsbeamter, der eigentlich überhaupt nicht für die Liebe taugt. Aber schon der zweite Akt, der unversehens auf dem Friedhof in Hongkong spielt, bringt einige Überraschungen...
Ein Zeichen für die Welt Wenn Katrin Brack über ihre Arbeit spricht, tun sich Welten auf, ohne daß sie viele Worte dafür
braucht. Für das Bühnenbild zu "Kampf des Negers und der Hunde" von Koltès, das sie vor zwei Jahren
für die Berliner Volksbühne gemacht hat (Regie: Dimiter Gotscheff), ließ sie Konfetti regnen. Mehr
nicht. ....