Ferdinand, Sohn des Präsidenten, liebt Luise, die Tochter des Stadtmusikanten Miller. Miller jedoch hält eine Ehe der Standesunterschiede wegen für abwegig - ebenso wie Ferdinands Vater, der, um seinen eigenen Einfluss am Hofe zu sichern, den Sohn lieber mit Lady Milford, der Maitresse des Herzogs, verkuppeln möchte. Aus privaten und machtpolitischen Interessen werden nun alle Hebel in Bewegung gesetzt, die Liebe zwischen Ferdinand und Luise zu zerstören. Ein fingierter Liebesbrief Luisens an den Hofmarschall Kalb weckt gezielt Ferdinands Eifersucht, treibt ihn aber schließlich zu einer nicht einkalkulierten Verzweiflungstat, die das betrügerische Intrigennetz erst zerschlägt, als es bereits zu spät ist. Der dreiundzwanzigjährige Schiller hat das stürmisch-hinreißende Trauerspiel im württembergischen Arrest entworfen, auf der Flucht zu schreiben begonnen und im thüringischen Exil beendet. Es ist gegen den selbstherrlichen Despotismus gerichtet und hat die Qualität eines spannenden Politkrimis. Reichlich Zündstoff bietet es auch heute noch, denn es thematisiert hochaktuelle Konflikte: die politische Intrige zum Zwecke des Machterhalts und die Rebellion der Jungen gegen die scheinbare Vernunft der Erwachsenen.
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