| Inszenierung: Constanze Roséno
Dramaturgie: Silvia Schober
Ausstattung: André Putzmann
Musik: Haarmann
Licht: Didi Abrotat
Spieler: Inés Burdow, Herbert Schöberl
Es gibt keinen Ausweg.
Die großen Schwänze sind raus.
Sie ficken alles in Sicht.
(Harold Pinter, Krieg)
Was hat ein Rosenkrieg mit dem Krieg um Öl zu tun? Mutet die heutige (sehr amerikanische) Eheauffassung mit ihrer starken Betonung einer aus eigenem Vermögen gestalteten, höchst individuellen Liebesbeziehung auf lebenslängliche Dauer der Welt und den Partnern nicht zu viel zu?
Auf den ersten Blick scheint die Geschichte von Sarah und Richard eine skurrile Komödie zu sein, bei der sich alles darum dreht, die erotische Spannung zwischen Eheleuten aufrecht zu erhalten. Beide spielen verschiedene Phantasien durch, die sie in echte und scheinbare Konflikte bringen. Auf den zweiten Blick kommen Bilder zynischer Macht zum Vorschein. Eine mögliche Wirklichkeit steht wie ein Gespenst im Raum und plötzlich stellt sich die Frage, ob eine Frau ein Machtspiel mit einem Mann immer nur verlieren kann. Während der zunehmend eskalierenden Wortgefechte zwischen Mann und Frau sehen wir die Opfer ihres Reichtums aus dem Dunkel an die erleuchteten Terrassenfenster treten...
Vor dem Hintergrund von Pinters Gedichtband „Krieg“ (2003), der ein Wutschrei gegen den Irakkrieg ist, und seines Dramas „Asche zu Asche“ (1996) stellt sich die Beziehung von Sarah und Richard (1962) in einem neuen Licht dar. Wir brechen in den geschlossenen Raum der Unterdrückung ein. Der Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz liegt frei. |