| Robin Hood ist ein englischer Volksheld, ein Geächteter, der nach der Legende von den Reichen stahl und den Armen gab. Er wird auch Robin von Locksley genannt. Seine Braut wird Lady Marian (engl. Maid Marian) genannt und soll ein Mündel des Königs gewesen sein. Mit seinen Gesellen lebte er der Erzählung nach in Sherwood Forest.
Der bäuerliche Robin Hood wurde vom schurkischen Sheriff von Nottingham um sein Land gebracht und so zum Geächteten. Der Sheriff erscheint in den frühen Balladen (Robin tötet und enthauptet ihn), aber keine Angaben sind so deutlich wie im Zusammenhang mit dem Sheriff. Robins andere Feinde umfassen die reichen Äbte der katholischen Kirche und einen Baron und Kopfgeldjäger namens Guy de Gisbourne. Robin tötet und enthauptet ihn ebenfalls. Die frühen Balladen erwähnen nicht, dass Robin seine Beute an die Armen weitergab, obwohl er einem armen Ritter eine große Summe Geld überlässt.
Robin Hood selbst war in den ersten Erzählungen ein Bandit mit gelegentlichen Anfällen von Großzügigkeit, heute wird er eher als ein mittelalterlicher Che Guevara dargestellt, der eine kleine Rebellentruppe anführt, um einen Guerillakrieg gegen Prinz Johann und den Sheriff zu führen und dem bedrängten König Richard I. Löwenherz bei der erneuten Thronbesteigung zu helfen.
Davon ausgehend es habe ihn tatsächlich gegeben, ist es am wahrscheinlichsten, dass es sich um einen enteigneten angelsächsischen Adligen handelte, der im Zuge der sich verschlechternden Lebensbedingungen dieser Zeit versuchte, seinen Besitz zurück zu gewinnen. Nach der Gefangennahme von König Richard I. Plantagenet durch Kaiser Heinrich VI. aufgrund eines normannischen Erbfolgestreits forderte dieser neben der Anerkennung der Lehnsherrschaft die immense Summe von 100.000 Silbermark als Lösegeld. Um diese aufzubringen, blieb Richards Vertreter Prinz Jean (auch als "Prinz John" oder späterer König Johann bekannt) nichts anderes übrig als die Steuern zu erhöhen, um einen drohenden Staatsbankrott abzuwenden.
Durch die erhöhte Abgabenlast entstand in der ohnehin bereits weitgehend in Armut lebenden Bevölkerung große Unzufriedenheit. Hood schürte diese noch weiter, indem er behauptete, die (reichen) Normannen wollten nun die (ärmeren) Angelsachsen endgültig ausplündern. Dies war eine Politik, die ganz und gar nicht mit Richards Vorstellungen übereinstimmte, hatte dieser doch großes Interesse daran, die Differenzen zwischen Normannen und Angelsachsen beizulegen, um eine militärische Stärkung Englands zu erreichen. |