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Presse
Spielzeit2011/2012 
UntertitelRené Pollesch 
SparteSchauspiel 
Foto
Quelle: www.schauspielfrankfurt.de  
InhaltMit dem Theaterabend »Sozialistische Schauspieler sind schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen« kehrte der mehrfach ausgezeichnete Autor und Regisseur René Pollesch in der vergangenen Spielzeit für eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem Schauspiel nach Frankfurt zurück. Der gebürtige Friedberger studierte in Gießen am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft und entwickelte einige seiner ersten Arbeiten am TAT in Frankfurt. Er ist Künstlerischer Leiter des Prater der Berliner Volksbühne, inszeniert u. a. am Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus Zürich, Burgtheater Wien und an den Münchner Kammerspielen. Polleschs Theaterabende beschäftigen sich mit alltäglichen, machtvollen Mechanismen, die unser Leben regulieren, ohne dass wir dies als Regulierung wahrnehmen, sondern als Normalität. Persönliche, politische Fragestellungen werden während der Probenarbeit mit unterschiedlichen Theorien bearbeitet und mit Hilfe bekannter Film- und Theatergenres in eine ebenso intelligente wie unterhaltsame, eigenwillige Theaterform überführt. So entstehen Thema und Text des Abends erst im konkreten Probenprozess.

»Du weißt, ich hab immer nur dein Äußeres geliebt, deshalb war deine Angst völlig unberechtigt, dass ich dich in irgendeiner Form enttarnen könnte, du wärst nicht das und das genug! Da wäre ›gar nichts dahinter‹! Ich hab ja gesehen, was du bist. Ich konnte das. Ich musste nicht durch einen Schleier hindurch auf etwas sehen. Nein, ich konnte wie bei einem Geldschein ganz genau sehen, dass du das Papier bist, und das, was sonst für die Menschen so wertvoll ist, das Draufgedruckte, der innere Wert, das musstest du nicht dauernd verteidigen, das hatte ich ja gar nicht vor Augen. Deine inneren Werte! Darüber müssen wir sprechen. Diese dummen Werte! Für wen sollte das irgendeinen Wert haben, dein einzigartiger Weltentwurf da in dir drinnen. Der ist gar nicht anschlussfähig. Mit dem hab ich gar nichts zu tun. Das interessierte mich überhaupt alles gar nicht. Du musstest überhaupt keine Angst haben, von mir enttarnt zu werden. Das, was ich liebte, war ja ganz und gar nicht getarnt. Das war dein Äußeres, das, was ich Seele nennen würde. Nicht das Äußere als das Gefängnis einer Seele. Nein! Sondern die Seele selber, die hier draußen ist. Diese Verdrehung ist doch interessant, dass alle, die sonst so von Äußerlichkeiten reden, von etwas reden, was eigentlich die inneren Werte sind. Die draufgedruckten Werte, wie bei einem Geldschein. Man sieht immer nur die zwanzig Euro und niemand sieht das Papier. Liebling, es gibt keine innere Schönheit!« RENÉ POLLESCH

Team:
Regie: René Pollesch
Bühne: Janina Audick

Pressestimmen:
Man amüsiert sich gottvoll, auf beiden Seiten der Rampe. Sechs Schauspieler, in Ganzkörpertrikots turnen, tanzen, theoretisieren. (…) Wie sie das tun, die sechs Schauspieler, ist wundervoll, leichtfüßig, leichtzüngig, spielerisch. (…) Grandioses Ensemble.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Will man den theaterbesuchenden Bürgern ihre bürgerlichen Theatervorstellungen austreiben, holt man dafür Pollesch. Das Gute dabei ist: Hinterher merken die theaterbesuchenden Bürger, dass es verdammt viel Spaß machen kann, sich im Theater einen Abend lang ohne bürgerliche Theatervorstellungen zu vergnügen.
Frankfurter Rundschau

Wäre Polleschs Stück ein Drama, ginge es um eine Schar höherer Wesen (Götter, Heroen, Schauspieler) ohne sicheres Ich, die über Netzwerke als Rache des Kapitalismus salbadern, über Mehrwert, Theater, Individualität. (…) In seiner Lust am Paradox und Kalauer ist Pollesch weder ein Dramatiker noch Regisseur, sondern ein René Pollesch: das einzige Exemplar der Gattung. Er macht, was keiner macht; sein Theater ist persönliche Praxis, ausbaldowert mit den Schauspielern. Früher inszenierte er am TAT, jetzt arbeitet er fürs Schauspiel. So fließen seine Produktivkräfte seit zwanzig Jahren und überlisten jede Blockade. Manche Künstler brauchen dazu Koks, manischen Sex oder schöne Orte. Es geht auch Pollesch.
Frankfurter Neue Presse

Pollesch, das ist längst ein Event. Man geht da schon in einer beschwingten Stimmung hin, wohl wissend, dass man in einer ebensolchen das Theater wieder verlassen wird. (…) Eine Stunde dauert dieser Abend, er verbreitet ungebrochene Kurzweil. Am Schluss gibt’s Ovationen, wie man sie in dieser Beschwingtheit selten am Stadttheater erlebt. (…) Eine so spielerische wie klarsichtige Gesellschaftsanalyse mit den Mitteln eines wie aus seinen Fugen gerissenen und doch zugleich auf seine ureigensten Qualitäten zurückgeführten Theaters.
Offenbach Post

Hektisch, bissig, trashig, verstörend, amüsant, absurd. (…) Alle Schauspieler sind großartig und zutiefst für ihre Leistung zu bewundern, die immer neu arrangierten Sprechhülsen präzise wie Pistolenschüsse abzufeuern. Von Bettina Hoppe bis zu Oliver Kraushaar gewinnen sie sichtlich amüsiert in der Halfpipe von Polleschs Wortspielen an Fahrt und springen verzückt ihre atemberaubenden Loops und Tricks.
Giessener Allgemeine

Sechs dieser ausgezeichneten Schauspieler (Constanze Becker, Traute Hoess, Bettina Hoppe, Michael Goldberg, Nils Kahnwald und Oliver Kraushaar) treten hier nun im hautengen Superhelden-Outfit an, mit riesigen Buchstaben auf der Brust, die, wenn man sie in die richtige Reihenfolge bringt, das Wort »Profit« ergeben. (…) Inzwischen haben sich die Frankfurter offenbar richtig eingegroovt in Polleschsprech und farcenhaften Meta-Boulevard. Unsicherheiten und Texthänger sind keine Störfaktoren mehr, die den Rhythmus bremsen, sondern selbstbewusster Teil des Ganzen, der genussvoll ausgereizt wird.
Nachtkritik

Eine reizüberflutete Augenweide. (…) An diesem Abend wird man den Verdacht nicht los, dass das Ganze den Schauspielern immer einen Tick mehr Spaß und Erkenntnis bringt als den Zuschauern. (…) Sei es Constanze Becker, die zuvor mit eingefrorenem Showlächeln im verdutzten Blick alles hinterfragte oder die wunderbare Traute Hoess, die den Text immer wieder auf den Boden urbaner Volkstümlichkeit holt. Bettina Hoppe, Michael Goldberg, Nils Kahnwald und Oliver Kraushaar komplettieren das fabelhafte Kollektiv. (…) Tollkühne Schauspieler.
Wiesbadener Kurier

Wer die Geduld und Konzentration aufbringt, diesem durchaus fordernden Schauspiel-Diskurs zu folgen, kann viele schöne Anregungen mit nach Hause nehmen. Die Funktion des Schauspielers als Träger einer Botschaft wird hier verhandelt. Die Funktionalität des Kapitalismus, »der sich immer einen Sinn sucht: Gerechtigkeit«. Und wie nebenbei wird auch noch schlüssig mit der Mär aufgeräumt, jeden Tag wie den letzten zu leben. Man kann sich diesem Stück wie einem Proseminar an der Uni stellen. Nur, dass es hier darüber hinaus auch noch einiges zu lachen gibt. Slapstick, Wortwitz und russische Volkstänze: Wenn schon Kapitalismuskritik – dann bitte genau so.
Fuldaer Zeitung
 
Premieredatum03.03.2012 
Ab Alter
BesetzungslisteRegie: René Pollesch Bühne: Janina Audick Kostüme: Nina Kroschinske Video: Sacha Benedetti Live-Kamera: Jos Diegel Dramaturgie: Sibylle Baschung Besetzung: Constanze Becker Traute Hoess Bettina Hoppe Michael Goldberg Nils Kahnwald Oliver Kraushaar 

Programm Macher:

NameFunktionSpielzeit
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Detaildaten Programm Autoren:

NameAutorenschaftSpielzeit
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Detaildaten Programm Personen :

NameRolleSpielzeit
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Rezensionen Programm :

Rezension
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"Euch gilt ein großes Lob, wenn mit so einfachen Mitteln (finanziell) und durch gute Ideen etwas Einmaliges entsteht, was man sich nicht mehr wegdenken kann. Jede Bühne, die noch nicht dabei ist, sollte sich sofort als Mitglied eintragen lassen und damit die Chance erhalten, bald ganz viel Publikum zu haben. Es ist den Machern nur zu wünschen, dass die Ideen zur Weiterentwicklung nie ausbleiben, aber da bin ich mir ganz sicher."

Thomas Szymanski, Leiter Frankfurter Puppentheater


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