Sie sind heimatlos: Medea und Jason befinden sich mit ihren Kindern auf
der Flucht. Die Königstochter hat für ein Leben mit
ihrem Geliebten alles aufgegeben: ihre Familie verraten, ihr Land
verlassen und einen Menschen getötet – den
Mörder von Jasons Vater. In Korinth, wo die Liebenden mit
ihren Kindern ein vorläufiges Asyl finden, beginnt die
abgründige Tragödie des Euripides. Jason hat Medea
verlassen; ihr und den Kindern droht Verbannung. Durch die neue Heirat
mit der Tochter des hiesigen Königs erhält Jason das
definitive Bleiberecht, eine sozial und wirtschaftlich gesicherte
Stellung. Zutiefst verletzt von diesem Verrat, gnadenlos
verstört ob Jasons schamloser Missachtung von Ehebund und
Treueeid, entwirft Medea einen grausamen Racheplan. Aus
maßloser Liebe wird maßloser Zorn: Medea
beschließt, nicht nur ihre Nebenbuhlerin und deren Vater,
sondern auch die gemeinsamen Kinder zu töten. Der vor mehr als
2400 Jahren geschriebene Text fragt danach, was Liebe darf und wo ihre
Grenzen sind; fragt nach Bedingungen und Verletzungen
persönlicher Würde: Was kann ein Mensch alles
aufgeben, was kann ihm alles genommen werden, bevor er gnadenlos um
sich schlägt?
Regisseur Michael Thalheimer inszenierte in der vergangenen Spielzeit
am Schauspiel Frankfurt Schillers Königinnendrama
»Maria Stuart«. Weiterhin hier zu sehen ist auch
seine Inszenierung von »Ödipus /
Antigone«, mit der er die Intendanz von Oliver Reese vor zwei
Jahren eröffnete. Mit seiner markanten Regiehandschrift
zählt er zu den renommierten, Stil prägenden
zeitgenössischen Regisseuren. Seine Inszenierungen wurden
mehrfach ausgezeichnet.
Team:
Regie: Michael Thalheimer
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Nehle Balkhausen
Musik: Bert Wrede
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