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Die Hamletmaschine

 
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Spielzeit2011/2012 
UntertitelHeiner Müller. Neufassung einer Produktion des Deutschen Theaters Berlin 
SparteSchauspiel 
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Quelle: www.schauspielfrankfurt.de 
InhaltHeiner Müllers 1977 entstandener Text »Die Hamletmaschine« basiert auf seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit Shakespeare. Parallel zu seiner Übersetzung von »Hamlet« für eine Inszenierung von Benno Besson am Deutschen Theater schrieb er diesen fremdartigen und rätselhaften Text. Er nimmt Figuren und Schlüsselszenen aus Shakespeares Stück auf, verzichtet aber beinahe ganz auf Handlung und Dialog. In einem alptraumartigen Szenarium in fünf auch formal unterschiedlichen Textfragmenten erscheinen u. a. Hamlet bzw. ein Schauspieler, der Hamlet spielt, und Ophelia als gespenstische Widergänger realer historischer Personen. Unterschiedliche und gegensätzliche kollektive Erfahrungen prallen aufeinander, viele Bezüge zu historischen Ereignissen der europäischen Geschichte und der Geschichte des Kommunismus nach dem Zweiten Weltkrieg stellen sich her. An der Figur des Hamlet interessierte Müller »das Versagen von Intellektuellen in bestimmten historischen Phasen, das vielleicht notwendige Versagen von Intellektuellen, ein stellvertretendes Versagen«. Die innere Zerrissenheit des Hamletdarstellers, der sich bei dem Aufstand in Budapest 1956 »auf beiden Seiten der Front, zwischen den Fronten, darüber« sieht, mündet im Scheitern des Autors beim Schreiben eines Shakespeareschen Dramas und in dem Versuch der Revolte von Ophelia. Die Frontlinie verläuft nicht mehr zwischen Ost und West, sondern zwischen »den Metropolen der Welt« und den kolonialisierten Ländern.

Dimiter Gotscheff, der sich oftmals mit Texten Heiner Müllers auseinandergesetzt hat, wird den 2007 am Deutschen Theater Berlin entstandenen Abend »Die Hamletmaschine« für Frankfurt überarbeiten. Der aus Bulgarien stammende Gotscheff arbeitet seit Mitte der 1980er Jahre an vielen deutschsprachigen Bühnen von Wien bis Hamburg. Seine Inszenierungen waren regelmäßig beim Berliner Theatertreffen zu sehen. Wiederholt wurden seine Arbeiten auch als »Inszenierung des Jahres« bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute ausgezeichnet.
Presse
Indem Gotscheff sich in Müllers Text nicht identifikatorisch aalt, sondern ihn in lauter übergroßen, wie Zitate wirkenden Gesten vorführt, (...) gelingt es ihm, das zentnerschwere Pathos aufzubrechen, ohne in billige Ironie abzurutschen.
Süddeutsche Zeitung

Gotscheff öffnet Denkräume. Die Konzentration, die er beschwört, ist ein hoher Wert. Das macht sein Theater zu einer Besonderheit.
Der Tagesspiegel

Gotscheff sitzt der Text in jeder Faser des Körpers. Dieser Mann ist, was er spielt und spielt also nicht, sondern verwandelt sich in den Text hinein. Fast wie ein Kind.
Berliner Zeitung

Die dritte Hamletmaschinistin ist Valery Tscheplanowa als Ophelia. Sie repräsentiert die beiden Frauentypen, die es bei Müller ausschließlich gibt: Die sexuell begehrte Beute, um die Männer Krieg führen, und das Fluchweib. Tscheplanowa macht das virtuos.
Die Welt

Von einem mächtigen radikaltheatralischen Furor ist der Auftritt von Valery Tscheplanowa als Ophelia geprägt. Den Kopf in den Nacken gelegt, brüllt sie ihre Stakkatorede um ein Nichteinverständnis der Frau ins männliche Prinzip in ein über ihrem Kopf hängendes Mikrofon. Das Arrangement aus Müllers Sprache, dem installativen Raum und den schwelbrandhaft bedrohlichen Ambientsounds von Bert Wrede ist fesselnd. Die Kombination der Gegensätze, einesteils eine hermetische Geschlossenheit der Bühnenkomposition, zugleich eine Direktheit in der Ansprache des Publikums, schafft eine unvernebelte Magie.
Der Abend bricht in einem Augenblick ab, in dem alles gesagt scheint und doch so viel offen bleibt. In einer hellsichtigen Schwebe, in der sich Dimiter Gotscheff mit Heiner Müller trifft.
Frankfurter Rundschau

Es ist eine sehr persönliche Regie. (…) Der Charakter einer Art Gedichtrezitation folgt aus der zurückhaltenden Inszenierung als Soli-Folge von hohem Respekt für den Text.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es ist schon eine besondere Erfahrung, diesem Mann bei seinem Spiel zuzusehen. Im dunklen Anzug, der ihn umschlackert wie ein Mantel, füllt er die Bühne mit seiner reinen Anwesenheit. Verrückt im besten Wortsinne steht er vor dem Publikum und spricht, flötet, wispert, mal mit Fistelstimme, mal mit Raucherhusten im Hals. Und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man ihn mit seinen langen Haaren und den weichen Gesichtszügen auch für ein altes bulgarisches Mütterlein halten, das die Welt verflucht und dennoch um ihr Seelenheil bangt.
Wiesbadener Kurier

 
Premieredatum30.10.2011 
Ab Alter
Programmheft URLhttp://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/stuecke.php?PS=1 
BesetzungslisteTeam:
Regie: Dimiter Gotscheff
Bühne und Kostüme: Mark Lammert
Musik: Bert Wrede
Besetzung
Valery Tscheplanowa
Dimiter Gotscheff  

Programm Macher:

NameFunktionSpielzeit
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Detaildaten Programm Autoren:

NameAutorenschaftSpielzeit
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Detaildaten Programm Personen :

NameRolleSpielzeit
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Rezensionen Programm :

Rezension
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