Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor hoch. Hat man eine Arbeit, wird
sie schlecht bezahlt, so dass man seine Familie kaum davon
ernähren kann. Viele Jobs sind befristet oder unsicher und
schnell steht man mit leeren Händen da. Reicht die
Arbeitslosenunterstützung nicht, muss man sich illegal
über Wasser halten oder sich und den Kindern alles versagen.
Das Leben wird ungemein mühsam und die Hoffnungen schwinden
zusehends. Das ist die Lage im Land. Allerdings im Jahr 1930, jenem
Jahr, in dem Hans Falladas Geschichte eines ganz normalen Menschen,
Johannes Pinneberg, beginnt. Aber möglicherweise ist das
Schicksal der Familie Pinneberg zeitlos, denn sie kämpfen ums
nackte Überleben und gegen den sozialen Abstieg in einer
furchtbaren Zeit. Was das konkret bedeutet, immer nur
Rückschläge und Enttäuschungen zu ertragen
und wie man damit fertig wird, erzählt der Roman in einem bis
heute kaum erreichten millimetergenauen Realismus. Realistisch scharf
ist nicht nur die wirtschaftliche Not der Pinnebergs gezeichnet,
sondern auch deren Folge für Leib und Seele. Materielles Elend
macht bekanntlich krank, aber noch mehr beschädigt es die
menschliche Würde und untergräbt die
persönlichen Verhältnisse. Wo die Hoffnungslosigkeit
nach und nach in jede Pore eindringt, wo Depression zum Gift wird, das
Mann, Frau und Kind zerstören kann, da braucht es eine
besondere Widerstandskraft - Charakterstärke, sagte man
damals. Mit der kann man dem ärmlichen Milieu zwar nicht
entkommen, aber wenigstens rettet man seine Menschlichkeit, jedenfalls
bis zur nächsten großen Krise.
Team
Regie: Katka Schroth | Bühne: Christian Beck |
Kostüme: Elke von Sivers
Mit: Florian Ulrich Stauch, Louise Nowitzki, Jörg Kunze,
Sophie Lüpfert, Natascha Mamier, Axel Gärtner,
André Hinderlich, Harald Höbinger, Hartmut Jonas,
Enrico Petters, Frank Schilcher
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