Lange als unaufführbar geltend, lasten auch heute auf keinem
anderen Musikdrama Richard Wagners so viele Mythen und
Ehrfurchtserwartungen wie auf TRISTAN & ISOLDE. Kaum ein
Sänger, der sich nicht schon einmal den Heldenarien des
großen Komponisten widmen wollte, doch nur wenigen ist es
vergönnt. In einem sehr intimen und auf das Wesentliche
reduzierte Wagnerabend wagt sich der KELLER nun an diesen Epos der
Musikgeschichte. Gemeinsam mit zwei Schauspielern, zwei
Sängern und einem Pianisten macht man sich auf die Suche nach
Wagners eigenwilligem Zugriff auf den altbekannten Stoff des
tugendhaften Tristan und der Königstochter Isolde von Irland,
die nach dem Genuss eines Liebestankes in unsterblicher Liebe
zueinander entbrennen und schließlich an ihr sterben.
In einem innovativen Aufeinandertreffen von Schauspielern und Musikern
sowie klassischer Textvorlage und dem zeitgenössischen Zugriff
der mehrfach ausgezeichneten Berliner Autorin Daniela Dröscher
kommt es zu einer Reibung, die neue potentielle KellerKräfte
freisetzen wird. Dabei offenbart der Versuch, Schauspieler, Musiker,
Sänger und die Vorgaben Wagners in eine Symbiose zu
überführen immer wieder die in der Musik Wagners
begründete "unendliche Melodie". Ein Theater- und
Opernerlebnis der ganz besonderen Art.
Mit der Autorin Daniela Dröscher und der Regisseurin Eva-Maria
Baumeister holt sich das THEATER DER KELLER ein kreatives und zugleich
sehr erfolgreiches Künstlerduo ins Haus. Sie arbeiteten unter
anderem bereits gemeinsam an der Uraufführung von
„Hundert Blumen“ 2009 am Staatstheater Mainz.
Zuletzt inszenierte Baumeister 2010 am THEATER DER KELLER mit Dea
Lohers Blaubart – Hoffnung der Frauen das
Abschlussstück der SCHULE DES THEATERS.
Pressestimmen
Eva-Maria Baumeisters Inszenierung von Daniela Dröschers Werk
"Wer aus mir trinkt, wird ein Reh" vereint im "Theater Der Keller"
Theater und Operette zu einer harmonischen Reise durch den
größten Wahn der Welt: Die Liebe. In Anlehnung an
Richard Wagners Musik zum Heldenepos "Tristan und Isolde" sowieder
Märchenvorlage (und Titelinspiration) "Brüderchen und
Schwesterchen" erhebt sich mittels der Genreverflechtung in der
Finsternis des Herz-Untergangs ein funkelnder Turm, der einen neuen
Pfad zum Licht aufzeigt. Mehr Drama istkaum vorstellbar und belegt,
dass Liebhaber beider Kunstformen an einem Abend auf ihre Kosten kommen
können. Allein die Realisation des Projekts in der intimen
Atmosphäre des kleinen Theatersaals sorgt für
positive Verwunderung. Fiona Metschers und Jean Paul Baecks brachiales
wie sensibles Schauspiel treten zu keiner Zeit in den Schatten der
Gesänge Ute Eisenhuts und Paul Lyons sowie Ewald Gutenkunsts
Pianokaskaden. Musik, Mimik und Worte streben während der
gesamten Darbietung aufeinander zu, fließen durch die
Zuschauer, um sich schließlich auf der Bühne als
tragisches Bildnis der Liebe zu umarmen. Eine poetische wie klangliche
Meisterleistung, deren Trank berauscht.
Kölner Wochenspiegel (Thomas Dahl), 5.10.2011
Eine moderne Liebesgeschichte. Sie liebt die Oper TRISTAN &
ISOLDE und den intensiven Gesprächsaustausch mit einem
Partner. Er hasst Opern im Allgemeinen und TRISTAN & ISOLDE im
Speziellen und ebenso auch den gesprächsintensiven Austausch
mit einer Frau und Partnerin. In einer Liebesnacht finden sie trotzdem
zu- und sogleich wieder auseiander, denn ihre Gefühle sind
erzwungen und ihrer Einsamkeit geschuldet. Das ist die eine Ebene des
Theaterabends. Die andere bringt eben die Arien, die die Entfremdung
zwischen beiden versinnbildlichen, untermalt von Pianist Ewald
Gutenkunst und beeindruckend gesungen von Paul Lyon und Ute Eisenhut,
auf die Bühne. Eine ebenso ungewöhnliche wie
eindringliche Mischung, die den Zuschauer und -hörer, je nach
eigener Wahrnehmung und Empfindung auf die eine oder andere Seite der
Liebeskonstellation schlägt. Mutig, beide Seiten zuzulassen.
Mutig, das Genre Oper in einen Theaterabend so intensiv einzubauen.
Intelligent, die Möglichkeit, dass die Mythengestalten Isolde
und Tristan sich ohne Liebestrank womöglich
völligfremd gewesen wären, weiter zu denken und in
den Opernarien mit ihrer eigenen Geschichte zu konfrontieren. Ein
intensiver, überraschender Theaterabend.
Rheinkultur (Christoph Zimmermann), 10/11 2011
Das Stück "Wer aus mir trinkt, wird ein Reh", zusammengesetzt
aus Texten von Daniela Dröscher und Duetten aus Wagners
"Tristan und Isolde", wagt manches. [...] Bei der Premiere gelang es
ihnen [den Schauspielern] unter der Regie von Eva-Maria Baumeister aber
vorzüglich, in ihren flapsigen Dialogen große
Menscheitsfragen anzusprechen. [...] In den Charakteren Brüche
allüberall, doch die Gegensätze bleiben erhalten.
Dazu zählen auch die Auftritte der Opernsänger Ute
Eisenhut und Paul Lyon als Isolde und Tristan, die, begleitet am
Klavier von Ewald Gutenkunst, mit ihren mächtigen Sitmmen
nicht nur das junge Paar sehr flüchtig aussehen lassen,
sondern auch den kleinen "Keller" schier zu sprengen drohen.
Kölner Rundschau (Hans-Willi Hermans), 21.9.2011
Das Stück von Daniela Dröscher - es wurde in
Köln uraufgeführt - ist keine plumpe Versetzung eines
Klassikers in moderne Zeiten, sondern zum einen eine intelligente
Verknüfpung von Oper und Schauspiel, zum anderen eine
spannende "Untersuchung" über die Wirkung von Musik. Zudem in
der Inszenierung von Eva-Maria Baumeister hervorragend umgesetzt.
www.koeln-nachrichten.de (ehu), 20.9.2011
Regisseurin Eva-Maria Baumeister gelingt die spannende
Uraufführung eines märchenhaft entrückten
Stücks, das mit Motiven aus Grimms "Brüderchen und
Schwesterchen" und dem Reh-Klassiker "Bambi" durchsetzt ist und die
zeitgenössische Ebene pfiffig mit der Oper
verschränkt. Mitunter droht das musikalische Volumen die
räumliche Enge zu sprengen. Jedoch ist es eine intensive
Erfahrung, die kraftvollen Sänger in ungewohnter Nähe
zu erleben. Während Jean Paul Baeck immer wieder
lässig das Pathos bricht, spielt Fiona Metscher die naive
Neurotikerin mit emotionaler Wucht.
Auf diese Weise neu interpretiert und eingerichtet, passt der
übergroße Stoff durchaus auf die minimale
Bühne. Ein Wagner-Wagnis, das in eineinhalb Stunden zwar
Toleranz gegenüber ungezügelter Gefühligkeit
fordert und manches Rätsel aufgibt, aber dank
Originalität und Einfallsreichtum glückt.
Kölner Stadtanzeiger (Jessica Düster), 20.9.2011
Zwei Sänger, zwei Schauspieler und ein Pianist zogen an diesem
Abend das Publikum in ihren Bann, indem sie das
Monumentalstück in die intime Atmosphäre des kleinen
Theaters versetzten. [...] Die erstaunlich gute Akustik des Raumes
führt zu einem Gesangserlebnis der besonderen Art. [...]
Wagner auf der kleinen Bühne? Funktioniert das? Ja, das
funktioniert sehr gut. Zumindest im Theater Der Keller. Und man muss
kein Opernliebhaber sein, um sich diesem Wagner-Abend hinzugeben.
www.meine-suedstadt.de (Stephan Martin Meyer), 20.9.2011
Ein intelligentes und anspruchsvolles Spiel rund um die Musik und die
Liebe.
www.koeln.de (Jürgen Schön), 19.9.2011
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