In der Strafkolonie soll eine Hinrichtung stattfinden. Der Offizier, der sie befehligt, ist ein fanatischer Anhänger von Macht und Gesetz. Er vergöttert die Foltermaschine, weil sie der Aufrechterhaltung des alten Reglements dient. Sie soll den Verurteilten zu Tode bringen. Der Reisende, der die Kolonie besucht, lehnt sich gegen die Unmenschlichkeit auf und bringt den Offizier dazu, das Verbrecherische seines Tuns einzusehen. Aber der Offizier will kein Zweifler werden: Die Zeit, die Zeit, sie hat mich überholt... Bleib ich am Leben, wird mir kalt, doch niemand kann in Kälte leben, dann lieber die Erleuchtung, die die sechste Stunde schenkt. Die sechste Stunde aber ist die Stunde des Todes - der Offizier legt sich in die Maschine, die ihn, in Trümmer gehend, tötet. Der Tod des Offiziers bewirkt einen Sinneswandel: Sollen wir im Herzen Vampire bleiben? Rotmans Musik zeichnet sich durch eine enorme Klangsinnlichkeit aus. Sie stellt den Interpreten anspruchsvolle, aber dankbare Aufgaben und setzt dem Publikum keine unüberwindbaren Schranken.
Der Komponist, 1954 in Rotterdam geboren, schuf Orchesterlieder, Vokalwerke und mehrere Stücke für Musiktheater. Turm aus Zimt nach Federico Garcia Lorca wurde 1997 vom Belgischen Fernsehen produziert. Der Librettist Gerard Harleman leitet die Sinfonia Amsterdam und hat als Produzent zehn Werke für das Musiktheater in Holland uraufgeführt.
Für die Inszenierung konnte der international renommierte Regisseur Johann Kresnik gewonnen werden. Mit der Uraufführung setzt das Theater eine lange Tradition fort, auch dem modernen Musiktheater ein Podium zu schaffen.
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