Graf Almavivas Diener Figaro will Susanna, das Kammermädchen der Gräfin, heiraten. Als er erfährt, dass der Graf ihr nachstellt, ist er überzeugt, mit der Situation fertig zu werden.
Graf Almaviva ist ein erfahrener Frauenverehrer, willensstark und selbstbewußt. Die Eheschließung mit der begehrten bürgerlichen Rosina ist Ausdruck einer solchen Haltung. Seine monogame Leidenschaft währt nicht lange, und so beginnt die Oper bereits mit der erotischen Entfremdung der Ehegatten und der Bereitschaft zum Ehebruch seitens des Grafen.
Rosina, die Gräfin, kämpft um ihre Liebe mit großem Einsatz. Sie verbündet sich mit Susanna, und sie beide leisten gemeinsam mehr für den Fortgang der Handlung und für den Erhalt ihrer Liebe als Figaro, dessen Bemühungen im Alleingang im Sande verlaufen. Das geplante Verwechslungsspiel soll zum Prüfstein der Beziehung werden. Die Gräfin will ihren Gatten beschämen, ihn endgültig ins Unrecht setzen und ihm gleichzeitig den Weg zu ihr zurück eröffnen. Ihre Liebeskraft und ihr Glaube an die eingegangene Ehe verleihen der Beziehung eine neue Würde, so gestaltet, dass diese übertragbar und erstrebenswert für alle erscheint.
In »Figaros Hochzeit« hat die Vereinigung des Geistes der französischen Komödie und Mozarts musikdramatische Meisterschaft ein Kunstwerk erzeugt mit weit über seine Entstehungszeit hinausweisender Gültigkeit.
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