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Der Besuch der alten Dame - Städtische Theater Chemnitz

Schauspielhaus Chemnitz
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Der Besuch der alten Dame - Städtische Theater Chemnitz

Güllen, eine verarmte „Kleinstadt in der Gegenwart“ am Rande der globalisierten Welt, wird von der Vergangenheit heimgesucht: Claire Zachanassian, einst in Güllen aufgewachsen und in ihrer Jugend unrechtmäßig als Hure von dort verstoßen, ist durch kluge Heirat mit einem Ölmagnaten zu unermesslichem Reichtum gekommen. In den letzten Jahren ließ sie nach und nach die Vermögenswerte ihres Städtchens aufkaufen und trieb die Güllener damit in den finanziellen Ruin. Nun kehrt die angesehene Dame zurück, um ein Angebot zu machen: Eine Milliarde für den Leichnam des Krämers Alfred Ill. Sie will sich freikaufen von der Vergangenheit und fordert Rache, denn ihre Jugendliebe ließ sie sitzen, als sie schwanger war und leugnete vor Gericht die Vaterschaft. Die Bürger sind empört über das mehr als unmoralische Angebot, doch die Aussicht auf Wohlstand und die Gier nach der dringend benötigten Finanzspritze lassen die Moral der Güllener straucheln. Bald gibt die Gemeinde der Versuchung nach: Das Unrecht wird heruntergespielt, offen wird über Ills Schuld debattiert. Auch seine Familie heuchelt ihm gegenüber nur noch vordergründig Solidarität. Ill resigniert. Als ein Fluchtversuch schließlich scheitert, stellt er sich den Bürgern – und damit der Abstimmung über seinen Tod. 

Claire Zachanassian ist durch Geld geworden, was sie ist. Die Erinnerungen daran, was war, können aber weder sie noch Ill ablegen. Er lässt sich schließlich als geläuterter Held und Mittler der Milliardenstiftung seiner „alten Liebschaft“ in Szene setzen. Mit Geld erreicht man viel, kaufen lässt sich zwar nicht jeder, doch nicht zuletzt zeigt das Angebot der Dame, wie sehr Geld öffentliche Meinung, Recht und moralische Instanzen ins Wanken bringen kann. Am Ende glauben die Güllener an ihre gute Tat und fordern Ills Kopf – im Namen der Gerechtigkeit. 

Der Schweizer Dramatiker, Schriftsteller und Maler Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990) schrieb "Der Besuch der alten Dame" 1955. Die erfolgreiche Züricher Uraufführung ein Jahr später machte ihn weltbekannt. Seitdem ist das Stück von den deutschen Bühnen nicht mehr wegzudenken und hat bis heute nichts an Brisanz und Aktualität verloren.
 

 

 

Dauer
ca. 150 Minuten, mit Pause
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Titel
Der Besuch der alten Dame - Städtische Theater Chemnitz
Dauer
ca. 150 Minuten, mit Pause