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Sieben gegen Theben / Antigone - Schauspiel Frankfurt

Bockenheimer Depot
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Sieben gegen Theben / Antigone - Schauspiel Frankfurt

Nach dem Tod von Ödipus sollen seine Söhne Eteokles und Polyneikes abwechselnd über Theben herrschen. Doch einmal im Besitz der Macht weigert sich Eteokles, den Thron wieder zu räumen. Polyneikes schwört Rache und zieht mit sieben verbündeten Heerführern gegen seine Heimat. Es kommt zu einem grausamen Gemetzel vor den Toren der Stadt, von dem einzig die Boten in drastischen Worten berichten. Mit dem Tod der Brüder scheint der Fluch des Ödipus endlich erfüllt und Kreon, der neue König Thebens, verfügt, dass der Aggressor Polyneikes nicht bestattet werden darf. Doch Polyneikes’ Schwester Antigone widersetzt sich dem Befehl Kreons. Mit Antigone schuf Sophokles eine Ikone des Widerstands gegen herrschaftliche Willkür. 

Regisseur Ulrich Rasche hat zuletzt eine von Presse und Publikum gefeierte Version von Georg Büchners »Dantons Tod« als »überwältigendes Revolutions-Oratorium« (Süddeutsche Zeitung) auf die Bühne des Schauspiel Frankfurt gebracht. In »Sieben gegen Theben/ Antigone« sucht Rasche den Zusammenhang von Macht, Sprache und Fanatismus zu ergründen. So sind Begriffe wie »Feind« und »Opfer« lediglich Worte und Zuschreibungen, gleichzeitig aber fungieren sie als Auslöser und Ursache für die Radikalisierung der Menschen. 

 

 

Im großen ehemaligen Straßenbahndepot an der Bockenheimer Warte setzen sich Menschen in Bewegung. Die Drehbühne dreht sich beständig wie Zeiger auf einer langsam, aber zuverlässig tickenden Uhr. Körper bewegen sich im Rhythmus der Musik: Sie gehen auf der Stelle, als kämpften sie gegen die Zeit an, sie formieren sich, lassen sich kurz treiben, setzen neu an, gehen, laufen, sprechen. Vor allem: sie klagen. Einzeln und gemeinsam sprechen sie gegen das kommende Unheil an, der Krieg tobt vor den sieben Toren der Stadt Theben, sieben Helden werden sich in den Kampf stürzen, die beiden Brüder Eteokles und Polyneikes werden am Ende nicht mehr sein. Wir hören die Berichte der Boten, die angsterfüllten Krieger, die klagenden Jungfrauen. "Ihr Verrückten" sagen, klagen, singen sie und reihen sich in die Reihen des Publikums ein, wenn der Blick frei wird auf die übrig bleibenden Körper, die aufhören werden zu gehen. 
Dann Antigone. Zwei Laufbänder. Gehend auf der Stelle sucht sie sich zu positionieren, doch immer weiter läuft ihr Schicksal entgegen den unaufhörlich aufwärts steigenden Anderen: Kreon, der sie zum Tode verurteilt, Staatsmänner und Frauen, ein leise klagender Sänger, sie wenden sich ab und wenden sich zu und gehen doch vorbei an Antigone, die mühsam sich vorkämpft entgegen der Strömung, ins Licht.

Ulrich Rasche und Ari Benjamin Meyers schaffen ein fesselndes Bewegungsstück mit Sogwirkung. Das Zusammenspiel von Musik, Schritten, Sprechen und Chor entfaltet sich im Laufe des Abends mit einer beeindruckenden Wucht und Ausdauer. Eine solch eindrückliche Klage habe ich lange nicht mehr gehört. Annegret Schlegel
 

Dauer
ca. 190 Minuten, mit Pause
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Titel
Sieben gegen Theben / Antigone - Schauspiel Frankfurt
Dauer
ca. 190 Minuten, mit Pause