Direkt zum Inhalt

Biedermann und die Brandstifter

Schauspielhaus Bochum
Keine Vorstellung verfügbar.
Biedermann und die Brandstifter
VON MAX FRISCH

Gottlieb Biedermann und seine Frau Babette sind wirkliche Gutbürger. Bieten sie doch dem arbeits- und wohnungslosen Ringer Schmitz Obdach. Und als sich ein ungutes Gefühl einschleichen will, bleiben die Biedermanns tapfer. So findet sich auch für Schmitz' Freund Eisenring eine Bleibe. Abwegig, dass die neuen, so verständnisvollen Mitbewohner etwas mit den jüngsten Bränden zu tun haben. Und Benzin und Holzwolle, gleichwohl sie so gut zündeln, kann schließlich jeder gut gebrauchen, der doch deshalb nicht gleich ein Brandstifter ist! 
Das „Lehrstück ohne Lehre“ von 1953, oft als Analogie zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelesen, entzieht sich bis heute einer monokausalen Lesart. Welches gleichsam totalitäre System – ob in Gestalt von scheinbar unbeirrter Rechtschaffenheit oder radikaler Impertinenz – um seine Glaubwürdigkeit ringt, liegt im Auge des Betrachters. Regisseur Hasko Weber zieht zudem das Nachspiel hinzu, um welches Max Frisch sein Stück 1958 ergänzte. Vorgeblich eine konkrete Analyse über Verdrängung und Verschleierung von Mittäterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, legt es als Vexierspiel die vielfache Umdeutung von Teilhabe und Widerstand offen.

 

 

 

 

Dauer
ca. 110 Minuten, mit Pause
Premiere
21. Januar 2017
Die nächsten Vorstellungen

Zu dieser Inszenierung gibt es aktuell keine Vorstellungen.

Weitere Informationen

Titel
Biedermann und die Brandstifter
Regisseur*in
Hasko Weber
Premiere
21. Januar 2017
Dauer
ca. 110 Minuten, mit Pause